Unser Instrument - die steirische Harmonika

Wir spielen die steirische Harmonika, die eine Sonderform des Akkordeons ist.

Geschichte der Harmonika
Eine Harmonika ist auf dem Prinzip der durchschlagenden Zunge aufgebaut und dies
lässt sich zurückführen auf die Mundorgel Sheng, die ca. 2500 v. Chr. vom chinesischen
Kaiser Nyn-kwa erfunden wurde.
Auf ungeklärter Weise kam die Mundorgel nach Europa, wo verschiedene Instrumentenbauer
mit dem Prinzip der durchschlagendne Zunge herum experimentierten.
Christian Friedrich Ludwig Buschmann (1805-1864) erfand 1821 zuerst die Mundharmonika
und anschließend auch die Handharmonika, die damals Handäoline genannt wurde.
Der Wiener Instrumentenbauer Cyrillus Demian (1772-1847) verbesserte die Harmonika
1829 und nannte sie Accordion.
Bis zu diesem Zeitpunkt blieb die Harmonika diatonisch, das bedeutet jeder Knopf spielt
je nachdem ob Zug oder Druck einen anderen Ton.
In der Mitte des 19. Jahrhunderts führte der Wiener Musiker Walter das
Gleichheitsprinzip ein und damit teilte sich die Entwicklung der Instrumente in
diatonisch (Zug und Druck unterschiedliche Töne) und chromatisch
(Zug und Druck gleicher Ton).
Ein Akkordeon ist ein chromatisches Instrument.
Bei den diatonischen Entwicklungen wurde aus dem Demian´sche Accordion
das Wiener Modell und die Handäoline wurde durch seinen Erfinder Buschmann in
Concertina umgenannt, woraus sich später in Deutschland die so genannte
Deutsche Harmonika entwickelte.
Von diesen Entwicklungen setzte sich das Wiener Modell durch, wovon auch die von uns
gespielte steirische Harmonika abstammt.
Neben der steirischen Harmonika ist in Deutschland das Clubmodell verbreitet,
aber auch in anderen Ländern wie England, Frankreich, Schweiz oder Italien gibt es
regional unterschiedliche Bauarten.

Aufbau der Harmonika
Die steirische Harmonika besitzt auf der Diskant- oder auch Melodieseite genannt
drei bis fünf Reihen mit Knöpfen, die jeweils in einer Tonart gestimmt sind.
Auf der Bassseite befindet sich neben den Bässen auch eine Luftklappe, mit der während
des Spielens die Luftmenge im Balg reguliert werden kann. So dass bei langen Druck-
oder auch Zugpassagen genügend Luft vorhanden ist.

Die Bässe
Die Bässe werden meistens als Wechselbass gespielt, beim Druck wird mit dem Grundbass
begonnen und bei Zug mit dem Nebenbass.

Das Notensystem
Am Anfang wurde mit einem Zahlensystem gearbeitet, d.h. jeder Knopf der Melodieseite
bekam eine Zahl zugewiesen, dann wurde zusätzlich ein Zeichen vereinbart,
wann dieser Knopf auf Zug oder Druck gespielt wird.
Durch diese Spielanleitung wurde ein Notenblatt sehr unübersichtlich,
so dass verschiedene Musiker die so genannte Griffschrift entwickelten,
die bis heute noch nicht genormt ist.
Die Griffschrift ist aber das System, mit deren Hilfe jeder das Spielen
und vor allen Dingen das Zusammenspiel mit der Harmonika erlernen kann.

Quellen: Bernd Schumacher, Paderborn; http://www.volksmusik.cc/lehrgang/harmonika.htm